Steigende Nachfrage nach Trinkwasser

Durch den Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und den Bau von 900.000 neuen Wohnungen bis 2030 steigt die Nachfrage nach Trinkwasser stark an. Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 jährlich etwa 100 Millionen Kubikmeter zusätzliches Trinkwasser benötigt. Gleichzeitig gerät die verfügbare Produktionskapazität unter Druck.

Martijn Dadema, Mitglied der Provinzregierung von Overijssel und Vorsitzender des „Bouwtafel Waterzuinige Wijken“, überreichte das Manifest in der Zweiten Kammer: “Trinkwasser droht zur neuen Netzüberlastung zu werden. Dabei gibt es bereits Lösungen: von wassersparenden Sanitäranlagen bis hin zur Wiederverwendung von gereinigtem Regen- und Abwasser. Was wir jetzt brauchen, ist ein klarer landesweiter Kurs, damit wassersparendes Bauen zur Norm statt zur Ausnahme wird.”

Es ist bereits möglich: Beispiele aus der Praxis

In den gesamten Niederlanden laufen bereits vielversprechende Projekte. In Silvolde arbeiten Wasserverband, Gemeinde, Wohnungsbaugesellschaft und Bauunternehmen gemeinsam an einer kreislauforientierten Wassernutzung in 28 neuen Wohnungen, bei der Duschwasser, gereinigtes Abwasser und Regenwasser wiederverwendet werden. In Venhuizen führt die Wiederverwendung von Regenwasser über Tanks mit Filtersystemen zu einer Einsparung von 48 bis 92 Prozent beim Trinkwasserverbrauch. Im Stadtteil Blitseard sorgen Grauwassersysteme in 15 Haushalten für eine Einsparung von 300.000 Litern Trinkwasser pro Jahr. Und im Stadtteil Noorderhoek wird das Abwasser von 207 Wohnungen bereits seit 2011 dezentral gereinigt, wobei Schwarzwasser und Grauwasser getrennt gesammelt und aufbereitet werden.

Auch die Niederlande müssen das Rad nicht neu erfinden. In Flandern ist die Regenwassernutzung bei Neubauten bereits seit 2004 vorgeschrieben. Das Ergebnis: ein durchschnittlicher Trinkwasserverbrauch von 84 Litern pro Person und Tag, gegenüber 119 Litern in den Niederlanden. Klare Vorschriften zeigen Wirkung.

Fünf konkrete Forderungen an die Zweite Kammer

Der „Bouwtafel Waterzuinige Wijken“ fordert die Zweite Kammer auf, Folgendes zu tun:

  1. die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Trinkwassereinsparung zu beschleunigen, mit ausreichenden finanziellen Mitteln und unter der Leitung der Bundesregierung
  2. eine landesweite Richtlinie für wassersparendes Wohnen zu entwickeln, die als klarer Rahmen für Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Bauträger und Bauunternehmen dient und die Gesundheit der Bevölkerung gewährleistet
  3. die Richtlinie in Modellvierteln zu überprüfen, in denen Lösungen in der Praxis getestet werden
  4. die Einsparung von Trinkwasser und die sichere Wiederverwendung von Wasser in Gesetzen und Vorschriften zu verankern, mit dauerhaften Garantien für die öffentliche Gesundheit
  5. die Versickerung, Speicherung und Wiederverwendung von Regenwasser zu erleichtern, damit das Wasser vor Ort verfügbar bleibt

Das Ziel ist es, den Trinkwasserverbrauch in neuen Wohngebäuden von 119 auf maximal 90 Liter pro Person und Tag zu senken. Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden. Nun müssen die entsprechenden Vorschriften folgen.

“Möchten Sie mehr über die Lösungen erfahren, die Desah im Bereich der Trinkwasserengpässe anbieten kann? Zögern Sie nicht, Kontakt dann werden wir die Möglichkeiten besprechen”.”

Sybrand Metz Direktor F&E Desah
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